Wie hat das angefangen mit Olga Island? 

Olga Island, am Anfang war die Zeichnung
Olga Islands Team bei der Bezirkskriminalinspektion

Am Anfang stand eine Idee: ich wollte einmal im Leben versuchen ein Buch zu schreiben. Und es sollte ein Krimi sein. Ich fuhr mit dem Fördedampfer und einer Delegation von Indologen von Kiel nach Laboe. Die Gruppe absolvierte in Laboe ein Besichtigungsprogramm, ich ging solange bei trübem Wetter am Strand spazieren und bekam Hunger. Ich besuchte einen Dönerimbiss und als ich essend am Fenster saß sah ich sie plötzlich die Straße zum Strand herunterkommen: eine junge Kriminalhauptkommissarin, die noch keinen Namen hatte. Hallo, dachte ich mir, wer ist das denn? Natürlich war da niemand, der Wind fegte den Staub über das Pflaster, aber weit und breit war niemand zu sehen. Trotzdem redete diese Person mit mir, aber nur in meinem Kopf. Ihren Namen bekam sie erst später, ich musste sie ja auch erst langsam kennenlernen. Ich fing also an über das Buch, das ich schreiben wollte, nachzudenken. Und zurück zu Hause, am Schreibtisch, zeichnete ich ein bisschen.  

Wie schreibt man eigentlich ein Buch?

Ich liebe es zunächst die Ideen noch ganz altmodisch mit der mit der Hand aufzuschreiben. Deshalb habe ich immer irgendwo ein Heft herumliegen, in das ich etwas hineinschreiben oder zeichnen kann. Einige der Hefte sehen so aus:   

Mit der Autorin Auf REcheretour: Fotos

Als Archivarin habe ich schon immer gern recherchiert. Wenn ich mich für etwas oder ein Thema interessiere, kann ich wie ein Spürhund sein, der Informationen nachjagt. Ich lese Bücher, suche in den Winkeln des Internets herum und führe Interviews mit Fachleuten.

 

Genauso gern bin ich aber auch "draußen" unterwegs und schaue mir die Orte an, an denen die Geschichten spielen sollen oder könnten. Manchmal merke ich beim Schreiben, dass ich immer noch nicht genau weiß, wie es dort aussieht, dann fahre ich solange immer wieder dorthin, bis ich denke: jetzt habe ich es gesehen und

verstanden.

 

Manchmal mache ich auch Fotos. Hier sind ein paar davon:

Fördewasser Recherche-Fotos
Das Torhaus von Gut Rastorf bei Preetz

z.B. zu "Fördewasser", Kapitel 23 ff.:

 

"Sie passierten einige reetgedeckte Katen, in deren Gärten Hunde bellten und Wäsche wehte. Dann machte der Weg eine Biegung, und sie fuhren direkt auf das breit gestreckte Torhaus des Gutes zu. "Einfahrt für Unbefugte verboten", stand auf einem Schild, doch Island steuerte unbeirrt durch das mit weiß gekalkten Putzornamenten geschmückte Backsteintor." 

Fördewasser Recherche-Fotos
Gedenkstein auf Gut Rastorf

oder: "Fördewasser", Kapitel 41:

 

"Die Lindenallee sah noch genauso aus, wie Island sie in Erinnerung hatte. Sie führte direkt auf den Gedenkstein zu. Die beiden Polizistinnen erreichten den hohen, schmalen Mamorstein, der von einem schmiedeeisernen Zaun umsäumt war. Friedlich und geheimnisvoll  lag der Stein im milden Dämmerlicht unter den ausladenden Ästen der Linden."...

 

Fördewasser Recherche-Fotos
Falckensteiner Strand

"Fördewasser", Kapitel 47:

 

"Sie fuhren nach Falckenstein und parkten hinter der ehemaligen Festung Friedrichsort in der Nähe des Leuchtfeuers. Hand in Hand gingen sie auf dem Deich entlang bis zum Strandcafé Deichperle und dann hinunter ans Wasser. Auf den wilden Dünenflächen hinter dem Deich wuchsen Heckenrosen, die orangerote Früchte trugen...."

 

Fotos zu "Was im Moor geschah":

Rcherchefotos
Winter an der Schlei

"Was im Moor geschah", Kapitel 5:

"Als sie eine Stunde später das Dorf Rieseby hinter sich gelassen hatte und auf der Landstraße einige Kilometer in Richtung der Schleibrücke bei Lindaunis gefahren war, begann es bereits zu dämmern. Kurz vor der Ortschaft Patermeß bog sie in einen Plattenweg ein, so wie Dutzen es ihr beschrieben hatte. Der Weg führte zwischen Wiesen und Ackerflächen hindurch auf einen Wald zu. Weit und breit war kein Haus zu sehen..."

Recherche Moor
Bülker Leuchtturm

"Was im Moor geschah", Kapitel 46:

"Da habe ich eine viel bessere Idee", sagte er. "Lass uns rausfahren nach Strande. Wir könnten dort essen gehen. Wenn du Lust hast, machen wir hinterher noch einen Spaziergang zum Bülker Leuchtturm."

Die Stimme im Hintergrund kicherte noch immer.

"Warum eigentlich nicht", meinte Island. "Wo treffen wir uns?"

Recherche Moor
Parkplatz hinter dem Segelclub Strande

"Was im Moor geschah", Kapitel 47:

"Sie verabredeten sich auf dem Parkplatz hinter dem Strander Segelclub. Als sie dort ankam, fiel Graupel vom Himmel." 

Was im Moor geschah Recherchefoto
Schleiufer gegenüber der Schwonsburg

"Was im Moor geschah", Kapitel 48:

"In der Nacht von Samstag auf Sonntag machte der Schleifischer Hinrich Martensen eine ungewöhnliche Entdeckung. Er stand in einer gefütterten Wathose mit einer starken Handlampe im Schilf vor dem Schuppen, in dem sein alter Holzkahn lag, und begutachtete den Bootssteg, der etwa zwanzig Meter weit in die Schlei hineinführte... Drüben auf Hellnisholm war ein Licht zu sehen. Die Insel lag weit draußen vor der Mündung der Schlei und Martensen wusste, dass sie im Winter unbewohnt war. Im Sommer kamen manchmal Paddler dorthin. Und wenn sie sich im Lotsenhaus auf Schleimünde gemeldet und einen Obulus entrichtet hatten, durften sie auf der einsamen kleinen Insel für ein oder zwei Nächte ihre Zelte aufschlagen.

Jetzt kam niemand dorthin..." 

Recherchefoto Moor
vernässte Landschaft in Angeln

"Was im Moor geschah", Kapitel 51:

"Die Dämmerung brach an, und im Osten zeigte sich ein heller Streifen am Horizont. Sie kamen an einen Damm, der zwischen Tümpeln hindurchführte. Der Himmel spiegelte sich in den Wasserlöchern. Windschiefe Birken ragten aus kleinen Schneeinseln. Es gab keinen Zweifel: Dort, etwa in der Mitte der Insel, lag ein Moor.

"Halt", sagte Joost. "Stehen bleiben."

Fotos zu "Kanalfeuer":

Kanalfeuer
Schleusenwiese Holtenau

"Kanalfeuer", Kapitel 2:

"Er saß am Fenster und wartete. Seit einer Stunde hockte er an seinem Platz zwischen den Geranientöpfen, stützte die Ellenbogen auf die weiß gestrichene Fensterbank und starrte hinaus. Erst spät war die kurze nördliche Sommernacht mit ihrem blauen Dämmerlicht über Holtenau hereingebrochen..."

Kanalfeuer
Schleuse bei Strohbrück

"Kanalfeuer", Kapitel 26:

"Sie spazierten über die mit Holzplanken ausgelegte Brücke und blickten hinunter. Das Schleusentor auf dieser Seite der Kammer stand zum Nord-Ostsee-Kanal hin offen. Es war rostig und an einigen Stellen mit Moos und Flechten überzogen. Sechs oder sieben Meter unter ihnen schwappte das Wasser in die Strohbrücker Schleusenkammer hinein..."

Kanalfeuer
Keller in einem Herrenhaus (hier: Schloß Hagen)

"Kanalfeuer", Kapitel 39:

"Das Schluchzen der Frau verfolgte sie, während sie durch den dunklen Gang zur Wendeltreppe zurückschlich. Vorsichtig stieg sie nach unten und gelangte in den muffig riechenden Keller. Der erste Raum, durch den sie kam, hatte eine niedrige Gewölbedecke und meterdicke Ziegelwände..."

Fotos zu "Ostseewut":

Großer Plöner See: Blick von der Prinzeninsel Richtung Sepel und Dersau
Großer Plöner See: Blick von der Prinzeninsel Richtung Sepel und Dersau

"Ostseewut", S. 245:

"Als Island endlich die Prinzeninsel erreicht hatte, machte ihr der Gegenwind zu schaffen, und sie brauchte eine Pause. Mit letzter Kraft erreichte sie die Spitze der Halbinsel, ließ das Boot auf einen kleinen, sandigen Strand auflaufen und watete durch das Wasser an Land. Unter einer ausladenden Erle stand eine Bank direkt am Ufer. Dahinter befand sich ein kleiner, romantischer Holzpavillon. Auf einem handbemalten Schild stand: Lieblingsplatz der Kaiserin Auguste Viktoria."

Rapsblüte im Kreis Plön
Rapsblüte im Kreis Plön

"Ostseewut", S. 55:

"Kurz darauf war Olga Island auf dem Weg von Sepel nach Plön. Von der Landstraße aus sah man immer wieder über den See und die blühenden Rapsfelder. Wasser, Wiesen, Wälder und ein weiter Horizont. Wie schön wäre es jetzt, hier mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. In dieser frischen Frühlingsluft, die einen fast kirre machte."

Niedersächsiches Bauernhaus auf der Prinzeninsel in Plön
Niedersächsiches Bauernhaus auf der Prinzeninsel in Plön

"Ostseewut", S. 56:

"... auf kleinen Holztafeln waren gemalte Motive aus Plön und Umgebung abgebildet: das weiße Schloss über dem See, die Stadtkirche und das Niedersächsische Bauernhaus, ein weithin bekanntes Restaurant und Ausflugsziel auf der Prinzeninsel."